Archiv für März 2010

Customer Experiences that matter – Von Ski- und Tauchferien.

25. März 2010 von Glenn Oberholzer | 1 Kommentar

Südtirol, WolkensteinSkiferien vor drei Wochen im Südtirol. «Sind wir etwa der Mülleimer von Europa!» poltert mein Onkel aus Bulgarien. Voller Vorfreude ist er mit seiner Familie zwei Tage von Sofia nach Colfosco gefahren, arrangiert hat er alles über’s Internet, die kleine Pension mit Ferienwohnung schaut nett aus, familiengeführt, nahe an den Pisten, die Inhaberin ist zuvorkommend. Und nun das: In der Ferienwohnung fehlt das Toilettenpapier. Im Vertrag steht im Kleingedruckten, dass Gebrauchsgegenstände mitgebracht werden müssen. «Jetzt müssen wir das extra noch kaufen gehen, einen Supermarkt finden, früher vom Skifahren zurück kommen! Und das in unseren Ferien!». Mein Onkel ist unglücklich. Der Grund: Die Pension verkauft ein Produkt (eine Ferienwohnung für eine Woche mit einem fehlenden Feature). Mein Onkel sucht aber etwas anderes: Sorgenfreie Skiferien.

Rotes Meer, ÄgyptenSzenenwechsel. Tauchferien vor einem Jahr am roten Meer. Auch übers Internet gebucht bei Emperor Divers. Auf meine einfache Webanfrage, ob wir vor Ort noch umbuchen können kommt umgehend eine E-Mail von Ellen zurück, die mir nicht nur meine Frage beantwortet sondern auch noch alle anderen Unsicherheiten aus dem Raum räumt: Wo die Tauchbasis ist, dass sie uns beim Hotel abholen, wie normalerweise ein Tauchtag aussieht, Angaben zur Miete von Ausrüstung und die Bitte, sie jederzeit zu kontaktieren. Auch vor Ort fühlten wir uns immer sicher und gut aufgehoben. Ich bin glücklich. Der Grund hier: Die Tauchbasis denkt weit über ihr Produkt (Tauchgänge im roten Meer) hinaus mit und bietet mir entspannte Tauchferien.

Das Fazit: Ich werde in Zukunft am roten Meer immer mit Emperor Divers tauchen. Mein Onkel wird nicht mehr in der Pension in Colfosco buchen. Ich schwärme über Emperor Divers, er bewertet die Pension schlecht auf tripadvisor.com. Ich erinnere mich an ein gutes Erlebnis, mein Onkel an ein schlechtes: Customer Experience matters.

Diese zwei Beispiele zeigen:

  1. Kunden interagieren an vielen Berührungspunkten mit einem Unternehmen – auch an Stellen, an die nicht offensichtlich sind.
  2. Diese Interaktionen werden von Kunden unterschiedlich bewertet – wenn sie positiv oder negativ «merkwürdig» sind, beeinflussen sie das Urteil über ein Unternehmen.
  3. Das Verhalten von Kunden ist von der individuellen Beurteilung eines Unternehmens abhängig – und dieses Verhalten reicht vom Kauf eines Produkts, über lebenslange Loyalität bis zu öffentlicher Diffamierung.

Daraus stellt sich für Unternehmen die Frage: Wie kann ich möglichst alle Interaktionen mit meinen Kunden so gestalten, dass sie positiv in Erinnerung bleiben und das Verhalten der Kunden für mich geschäftsfördernd ist? Wie kann ich Erlebnisse ermöglichen und nicht Produkte verkaufen?

Das ist möglich.

In den nächsten Wochen werde ich erklären, wie wir bei Stimmt Customer Experience definieren, was die betriebswirtschaftlichen Vorteile eines positiven Customer Experience sind und wie Sie Ihre Berührungspunkte und Ihr Unternehmen so gestalten, dass Sie Ihren Kunden ein positives Customer Experience ermöglichen.

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CEN-Xchange 10.03 – ein volles Haus mit Freude und Dynamik für Customer Experience

04. März 2010 von Helmut Kazmaier

Ein Dutzend Customer Experience Pioniere haben den Weg zu uns gefunden, um ihre Leidenschaft für Customer Experience zu teilen. Spannende Geschichten aus der Welt des Automobils, sowie ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Thema Customer Experience gaben genug Stoff für angeregte Diskussionen und Inspiration.

Stimmt Office«CX Fundstücke»

::Comparis Infofilme
Kurze Filme, die leicht verständlich Themen näher bringen, die sonst oft sperrig und wenig ansprechend auf Webseiten mit viel Text erklärt werden:
http://www.comparis.ch/banken/vorsorge/saeule3avideo.aspx
::Buchtipp: Making Meaning von Steve Diller, Nathan Shedroff, und Darrel Rhea
Google Books Link: http://books.google.com/books?id=iqxnjlqBiJUC&dq=making+meaning&source=gbs_navlinks_s

::FAZ-Artikel: Die Politik des iPad von Frank Schirmacher
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E4C9B52F05C0C4D6AA6E031D952812B10~ATpl~Ecommon~Scontent.html http://al3x.net

::Buchtipp: Six Thinking Heads von Edward de Bono
Google Books Link: http://books.google.com/books?id=gCBfPgAACAAJ&dq=six+thinking+hats&ei=4muPS6CcJqLAzQS47cSRBw&cd=1

::Gutes Kundenerlebnis bei Migros
Migros reagiert auf eine Reklamation mit einem freundlichen Brief, in dem sie sich für die entstandenen Umstände entschuldigen und schicken ebenfalls einen Einkaufsgutschein als Wiedergutmachung mit und hinterlassen damit eine positive Erinnerung bei einem eigentlich negativem Vorfall.

::Blog-Tipp: CRM-Guru von David Cowgill
http://www.crm-guru.com/

::Video-Tipp – TED Talk von Thulasiraj Ravilla: How low-cost eye care can be world-class
http://www.ted.com/talks/lang/eng/thulasiraj_ravilla_how_low_cost_eye_care_can_be_world_class.html

::Video-Tipp – TED Talk von Daniel Kahnemann: The riddle of experience vs. memory

http://www.ted.com/talks/lang/eng/daniel_kahneman_the_riddle_of_experience_vs_memory.html

«Freude» und «Dynamik» spürbar bei einer Autofinanzierung?

Schnelle und dynamische Autos, die Freude am Fahren versprechen sind das Eine. Dieses Gefühl in die Dienstleistung einer Autofinanzierung zu übertragen das Andere. Vor dieser Herausforderung steht Simone Ruscheweyh, Leiterin Marketing von BMW-Finanzdienstleistungen Schweiz.

Ihr  Ziel ist, den einzelnen Mitarbeitenden zum Botschafter der Marke zu machen, was zunächst einmal ein Verständnis der selben voraussetzt. Dies ist ein erster Ansatzpunkt, der unter anderem zu internen Workshops und Schulungen geführt hat. Dort flossen auch die Selbsterfahrung der eigenen Dienstleistungen, z.B. durch Anrufe im Call-Center in München ein, die das Bewusstsein für das Kundenerlebnis geschärft haben.
Ein wichtiger Baustein, um dieses Bewusstsein zu vertiefen, sind die sogenannten Learning Lunches. Dort werden Erlebnisse aus den verschiedensten Bereichen ausgetauscht, um so ein runderes Bild zu bekommen, wie das Unternehmen funktioniert und wie Kundeninteraktionen stattfinden. Das Verständnis für Zusammenspiel der verschiedenen Abteilungen und Prozesse alleine bewirkt schon viel. Die Mitarbeitenden reagieren sensibler, können Soll- und Ist-Erlebnis besser vergleichen und übernehmen Verantwortung und zeigen Initiative.

In einem Pilotprojekt in Italien wurde in einem strukturierten Prozess die Kundenerlebniskette auf die wichtigsten Service Attribute wie Geschwindigkeit oder Zuverlässigkeit hin analysiert. An den entscheidenden «Moments of Truth» wurden Massnahmen definiert, um das Kundenerlebnis zu verbessern. So wurde z.B. bereits weit vor Auslaufen des Leasingvertrages mit dem Kunden Kontakt aufgenommen, um die vorhandenen Optionen zu besprechen. Ein Umstand geschuldet einem hohen Sicherheitsbedürfnis, das zuvor nicht adäquat abgedeckt wurde. Insgesamt konnte nach der Einführung der Massnahmen eine höhere Kundenzufriedenheit wie auch Mitarbeiterzufriedenheit in Befragungen festgestellt werden.

Als Fazit kann man sagen, dass Verständnis – und zwar der Kunden wie auch der eigenen Werte – eine wichtige Basis bilden, um ein gutes Kundenerlebnis zu ermöglichen. Die Umsetzung obliegt dabei den einzelnen Mitarbeitenden.

Gemeinsam mehr erfahren

Im zweiten Teil haben wir unser Projekt Knowing & Doing Customer Experience vorgestellt, das zum Ziel hat, Customer Experience Themen weiter zu treiben und ein solides Fundament zu schaffen.

Ausgehend von den 10 Büchern, die wir im Januar gelesen haben, haben wir eine Auslegeordnung von Customer Experience nahen und relevanten Themen erstellt, die wir im Verlauf des Jahres mit Pionieren aus dem Customer Experience Network diskutieren und vertiefen wollen. Die daraus gewonnen Erkenntnisse werden wieder in die Community zurückfliessen.
Verfolgen lässt sich der aktuelle Stand hier: http://topics.stimmt.ch/knodocx

Als Anknüpfungspunkt zum vorangegangenen CEN-Xchange haben wir zum Ausklang des Abends die Hotel Seefeld Bar besucht, um die Erzählungen durch eigene Erfahrungen zu komplettieren.

Natürlich ist nach dem CEN-Xchange auch schon wieder vor dem CEN-Xchange. Der nächste Termin ist der 7. April.